WPML kurz erklärt
WPML steht für „WordPress Multilingual Plugin" und macht eine WordPress-Website in mehrere Sprachen verfügbar. Das Plugin übersetzt Beiträge, Seiten, Menüs, Custom Post Types, Taxonomien und Theme-Strings – inklusive WooCommerce-Produkte und ACF-Felder. WPML ist seit 2009 am Markt und gilt als Standardlösung für mehrsprachige WordPress-Projekte mit komplexen Anforderungen.
Anders als bei externen Übersetzungsdiensten bleiben alle Inhalte in Ihrer eigenen WordPress-Datenbank. Sie behalten die Kontrolle über URLs, hreflang-Tags und Inhalte – wichtig für SEO und Performance.
Wie funktioniert WPML?
WPML legt für jede Sprache eine eigene Übersetzungsversion eines Inhalts an und verknüpft diese über eine Sprach-ID. Im WordPress-Backend erscheinen pro Beitrag und Seite Spalten mit Status-Symbolen pro Sprache (übersetzt, in Bearbeitung, fehlt). Über den „Translation Editor" werden Texte segmentweise übersetzt – manuell, mit Übersetzern oder via Maschinenübersetzung (DeepL, Microsoft, Google).
- URL-Strukturen:Wählbar zwischen Sprach-Verzeichnis (/de/, /en/), Subdomain (en.example.com) oder Top-Level-Domain (example.de, example.com). Für SEO meist empfohlen: Sprach-Verzeichnis.
- hreflang-Tags:WPML setzt automatisch korrekte hreflang-Tags pro Sprachversion. Damit signalisieren Sie Google die richtige Sprache für jede Region.
- Sprachumschalter:Widget oder Menü-Element, das zwischen Sprachversionen umschaltet. Wichtig: Auf der Sprachversion verlinken, nicht zurück zur Startseite, sonst leiden Nutzererlebnis und SEO.
- Maschinenübersetzung:Über das Modul „WPML Translation Management" lassen sich Texte automatisch von DeepL oder Microsoft übersetzen. Sinnvoll als Erstentwurf, aber redaktionelle Nachbearbeitung bleibt Pflicht.
WPML-Lizenzen im Überblick
WPML ist kostenpflichtig. Die Lizenz richtet sich nach Funktionsumfang und Anzahl der Websites. Welche Variante richtig ist, hängt davon ab, ob Sie nur einen Blog, eine vollwertige Unternehmenswebsite oder einen mehrsprachigen WooCommerce-Shop betreiben.
Multilingual Blog
Günstigste Variante für reine Blogs: Beiträge, Seiten, Kategorien und Tags lassen sich übersetzen. Keine Custom Post Types, kein WooCommerce, kein Translation Management. Nur sinnvoll für sehr einfache Websites.
Multilingual CMS
Empfohlen für die meisten Unternehmenswebsites: zusätzlich Custom Post Types, ACF-Felder, WooCommerce-Module, Translation Management, Maschinenübersetzung und Übersetzer-Workflows. Ideal für Agentur-Projekte und Online-Shops.
Multilingual Agency
Lizenz für Agenturen mit vielen Kundenprojekten: alle CMS-Funktionen plus unbegrenzte Sites. Nur sinnvoll, wenn mehrere mehrsprachige Projekte gleichzeitig betreut werden.
WPML vs. Alternativen: Polylang & TranslatePress
WPML ist nicht die einzige Option. Je nach Anforderungen sind Polylang oder TranslatePress mit weniger Overhead und ohne Lizenzkosten die bessere Wahl. Eine ehrliche Übersicht hilft bei der Entscheidung.
- WPML:Reichster Funktionsumfang, breite Plugin-Kompatibilität (WooCommerce, Yoast, Elementor), aktiver Support. Nachteile: kostenpflichtig, kann auf großen Sites Performance beeinflussen, Datenbank-Schema komplex.
- Polylang:Kostenlose Basis-Version, schlanker Code, gut für Blogs und mittlere Sites. Pro-Version mit WooCommerce-Support. Weniger Plugin-Integrationen als WPML.
- TranslatePress:Visueller Frontend-Editor: Übersetzungen direkt im Live-Layout. Sehr intuitiv für Redakteure. Kostenlose Version verfügbar; Pro-Version für SEO-Pakete und Sprach-Switch via URL.
- Multisite mit Sprach-Sites:Statt eines Plugins eine WordPress-Multisite mit je einer Site pro Sprache. Sehr saubere Trennung, aber Redaktion und Linkpflege deutlich aufwendiger. Selten die richtige Lösung.
WPML und SEO: hreflang, Canonicals, URLs
Mehrsprachige Websites sind SEO-technisch anspruchsvoller als einsprachige Projekte. WPML übernimmt viel automatisch – aber nur, wenn die Konfiguration sauber ist.
hreflang richtig setzen
WPML rendert hreflang-Tags pro Sprachversion automatisch im <head>. Wichtig: Die Sprach-Region (z. B. de-DE, en-GB) korrekt definieren und x-default für die Standardsprache aktivieren. Ohne korrektes hreflang konkurrieren die Sprachversionen in den SERPs miteinander.
Canonicals & Duplicate Content
Jede Sprachversion erhält einen eigenen Canonical-Link. Wenn nur Teile übersetzt sind, kann WPML auf die Originalsprache verweisen – sauberere Lösung als Sprachversionen ohne Inhalt online zu lassen.
URL-Strukturen
Verzeichnis-Struktur (/en/, /de/) ist die SEO-freundlichste Variante: ein Domain-Authority-Pool, klare Hierarchie. Subdomains und ccTLDs erfordern jeweils eigene Authority und sind nur bei großen, regional unterschiedlichen Auftritten sinnvoll.
WPML allein macht Ihre Website nicht mehrsprachig erfolgreich. Inhalte müssen sprachlich und kulturell adaptiert sein, interne Links müssen pro Sprache stimmen, Schema.org-Markup sollte mehrsprachig validiert werden. Mehr zur WordPress-Agentur.
WPML Best Practices
Mehrsprachige Projekte scheitern selten am Plugin, häufig an Setup und Workflow. Die folgenden Punkte sparen später Arbeit.
- Sprachstrategie zuerst: Definieren Sie Zielmärkte und Hauptsprache vor der Installation. Eine spätere Umstellung der URL-Struktur ist möglich, aber aufwendig.
- Theme & Plugins prüfen: Achten Sie auf das WPML-Kompatibilitäts-Logo. Inkompatible Themes oder Plugins führen zu nicht übersetzbaren Strings.
- Maschinenübersetzung als Entwurf: DeepL liefert sehr gute erste Versionen, ersetzt aber kein Fach-Lektorat. Besonders bei rechtlichen Texten und Fachvokabular bleiben Profis Pflicht.
- Backups vor Sprach-Erweiterungen: Beim Hinzufügen neuer Sprachen verändert WPML die Datenbank-Struktur. Vorher: Backup. Vorzugsweise auf Staging testen.
- hreflang regelmäßig prüfen: Mit der Search Console oder Tools wie Ahrefs / Sitebulb regelmäßig auf hreflang-Fehler scannen. Inkonsistenzen lassen das Mehrsprachen-Setup scheitern.
WPML im Überblick – Fazit
WPML ist die richtige Wahl für anspruchsvolle, mehrsprachige WordPress-Projekte mit WooCommerce, Custom Post Types und Übersetzer-Workflows. Für einfache Blogs reicht häufig Polylang; für visuelles Übersetzen ist TranslatePress die schnellste Lösung. Entscheidend ist nicht das Plugin, sondern eine saubere Sprachstrategie, korrektes hreflang und Inhalte, die in jeder Sprache eigenständig funktionieren.
Wenn Sie ein mehrsprachiges WordPress-Projekt starten oder ein bestehendes WPML-Setup auditieren lassen wollen, helfen wir bei Auswahl, Migration und Performance.
Häufig gestellte Fragen zu WPML
Was ist WPML?
WPML (WordPress Multilingual Plugin) ist ein kostenpflichtiges WordPress-Plugin, mit dem sich Beiträge, Seiten, Menüs, Custom Post Types und WooCommerce-Produkte in mehrere Sprachen übersetzen lassen. Es übernimmt automatisch hreflang-Tags, Canonicals und Sprachumschalter.
Was kostet WPML?
WPML wird in drei Lizenz-Stufen verkauft: Multilingual Blog, Multilingual CMS und Multilingual Agency. Die meisten Unternehmenswebsites benötigen Multilingual CMS. Die Lizenz wird jährlich verlängert; bei Nichtverlängerung funktioniert das Plugin weiter, es gibt aber keine Updates und keinen Support.
WPML oder Polylang – was ist besser?
WPML hat den größeren Funktionsumfang, mehr Plugin-Integrationen (WooCommerce, Yoast, Elementor) und bessere Übersetzer-Workflows. Polylang ist schlanker, hat eine kostenlose Basis-Version und reicht für einfache Blogs und kleinere Sites. Für anspruchsvolle Shops und Agentur-Projekte ist WPML meist die robustere Wahl.
Wie unterscheidet sich WPML von TranslatePress?
TranslatePress übersetzt direkt im visuellen Frontend – sehr intuitiv für Redakteure und Marketing-Teams. WPML arbeitet im Backend mit einem strukturierten Übersetzungs-Editor und ist besser für komplexe Inhalte mit Custom Fields und Übersetzer-Teams geeignet. TranslatePress ist günstiger und einfacher; WPML mächtiger und ausgereifter.
Ist WPML gut für SEO?
Ja, wenn die Konfiguration stimmt. WPML setzt automatisch hreflang-Tags und sprachspezifische Canonicals. Empfohlen wird die Verzeichnis-Struktur (/de/, /en/) zur Bündelung der Domain-Authority. Wichtig sind außerdem vollständige Sprachversionen ohne tote Übersetzungen und ein konsistenter, sprachgenauer Sprachumschalter.
Funktioniert WPML mit WooCommerce?
Ja. WPML ist die meistverbreitete Lösung für mehrsprachige WooCommerce-Shops. Mit dem Modul „WooCommerce Multilingual & Multicurrency" lassen sich Produkte, Varianten, Kategorien, Steuern und Währungen pro Land konfigurieren. Erforderlich ist mindestens die Multilingual-CMS-Lizenz.
Kann WPML automatisch mit DeepL übersetzen?
Ja. Über das Modul „WPML Translation Management" lassen sich Inhalte automatisch via DeepL, Microsoft oder Google übersetzen. Die Maschinenübersetzung wird pro übersetztes Wort abgerechnet. Wir empfehlen, automatische Übersetzungen immer redaktionell nachzubearbeiten – besonders bei rechtlichen Texten und Fachsprache.
Wie installiere ich WPML auf einer bestehenden Website?
Empfohlen wird der Test auf einer Staging-Umgebung. Backup erstellen, WPML-Plugin und benötigte Add-ons installieren, gewünschte Sprachen anlegen, URL-Struktur festlegen und SEO-Einstellungen konfigurieren. Anschließend werden bestehende Inhalte schrittweise übersetzt. Für komplexe Sites empfiehlt sich eine erfahrene WordPress-Agentur.
